Willkommen an der Filmakademie Baden-WürttembergDie Filmakademie gehört zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für Film und Medien in Deutschland und genießt auch international einen exzellenten Ruf. Dafür sorgen ein stark team- und praxisorientiertes Lehrkonzept und über 300 Gastdozenten pro Jahr. Darüber hinaus verfügt die Filmakademie über ein eigenes Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion, und sie ist Sitz des Atelier Ludwigsburg-Paris. Langjähriger Dozent und Leiter des Atelier Ludwigsburg-Paris an der Filmakademie Baden-Württemberg verstorben:![]() Die Filmakademie trauert um Prof. Dr. Peter Sehr Die Filmakademie Baden-Württemberg trauert um ihren langjährigen Dozenten und Leiter des Atelier Ludwigsburg-Paris, Prof. Dr. Peter Sehr (geb. 1951). Der bekannte Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Vertreter des Deutschen Autorenfilms verstarb am Donnerstag (09.05.2013) nach kurzer, schwerer Krankheit. Die Filmakademie verliert mit ihm einen Dozenten und Freund, der das Profil der Filmhochschule über Jahre hinweg mitgeprägt hat. „Er war als Filmemacher, als Dozent und als Leiter des Atelier Ludwigsburg-Paris eine herausragende Persönlichkeit. Wir verlieren mit ihm einen ambitionierten Vordenker für die Bedeutung des europäischen Kulturaustauschs“, so Herr Staatssekretär Walter, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Filmakademie. Peter Sehr lehrte bereits seit 1998 an der Filmakademie Baden-Württemberg und leitete seit Herbst 2001 zunächst gemeinsam mit Jan Schütte, dann ab 2011 allein verantwortlich den deutschen Zweig des Atelier Ludwigsburg-Paris, ein einjähriges Postgraduierten-Programm für angehende europäische Filmproduzenten. 2008 erhielt er eine offizielle Professur an der Filmakademie Baden-Württemberg. Peter Sehrs Tätigkeit war geprägt von seinem umfassenden Wissen um die Gesetze des Filmemachens. Sensibel, nachdenklich und dabei immer streitbar, wusste er in jungen Menschen den Sinn für Qualität zu wecken. Er gehörte zu den Persönlichkeiten, die die Ludwigsburger Filmhochschule über viele Jahre hinweg begleitet haben und entwickelte mit dem Atelier Ludwigsburg-Paris das erste Programm dieser Art. Seit 2002 zählt das Atelier zum regulären Studienangebot der beiden Hochschulen Filmakademie und La fémis. 2012 feierte das Atelier Ludwigsburg-Paris sein zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfestakt am 22. September 2012 in Ludwigsburg. Peter Sehr studierte 1970 bis 74 Physik und Chemie an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) in Zürich und von 1975 bis 1979 promovierte er in Biophysik an der Oxford University (Merton College). 1980 ging er nach Paris und beschäftigte sich als Research Fellow am Institut Curie für weitere zwei Jahre mit der Biophysik. Parallel zur Forschungstätigkeit begann er als Regieassistent zu arbeiten. 1982 verabschiedete er sich endgültig von den Naturwissenschaften, kehrte nach zwölf Jahren nach Deutschland zurück und lebte in München. Dort arbeitete zunächst als Regieassistent mit verschiedenen deutschen und französischen Regisseuren. 1988 gründete er mit seiner Frau Marie Noëlle die 'P'Artisan Filmproduktion GmbH'. Seinen ersten Spielfilm "Und nicht ein Tohuwabohu", eine fiktive Dokumentation, schrieb und produzierte er im gleichen Jahr. 1991 folgte "Das Serbische Mädchen" mit Ben Becker und Mirjana Jokovic, der für den Bundesfilmpreis als 'Bester Film' nominiert wurde und mehrere Preise bei ausländischen Festivals erhielt. Sehrs international erfolgreicher Spielfilm "Kaspar Hauser - Verbrechen am Seelenleben eines Menschen" (1994) mit André Eisermann, Uwe Ochsenknecht, Katharina Thalbach und Udo Samel wurde beim Deutschen Filmpreis mit drei Filmbändern in Gold ausgezeichnet (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller) und gewann mehrere internationale Filmpreise. Sein nächster Film "Obsession" (1997), eine deutsch-französische Koproduktion mit Heike Makatsch, Charles Berling und Daniel Craig, wurde 1996 gedreht. Auch dieser Film wurde für den Bundesfilmpreis als 'Bester Film' nominiert und auf das Sundance Festival eingeladen. Der Spielfilm "Love The Hard Way" (2001) mit Adrien Brody, Charlotte Ayanna, Pam Grier und August Diehl wurde in New York gedreht und von Sehr koproduziert. Der Film erhielt in Locarno 2001 den "Silbernen Leoparden" und Sehr den Bayerischen Filmpreis für "Beste Regie" (2002). Als Produzent und Ko-Regisseur drehte er 2008 den Spielfilm "Die Frau des Anarchisten", den zweiten Film von Marie Noëlle, die auch das Drehbuch geschrieben hat. Sein aktueller Spielfilm über Ludwig II. von Bayern erhielt den Bayerischen Filmpreis 2012 (Nachwuchsdarstellerpreis Sabin Tambrea), den New Faces Award 2013 (Nachwuchsdarstellerpreis Sabin Tambrea) sowie eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2013 (Nominierung in der Kategorie Beste darstellerische Leistung – männliche Hauptrolle Sabin Tambrea). 2002 gründete er mit Daniel Toscan du Plantier, Brigitte Sauzay und Margaret Menegoz den Verein "Das Deutsch-Französische Filmtreffen", dessen Ziel es ist, die Zusammenarbeit beider Filmindustrien und den Austausch von Filmen zwischen beiden Ländern zu verstärken. Zusammen mit Michael Schmid-Ospach und Katharina Blum (Filmstiftung NRW) sowie Julio Talavera rief er 2009 das „Deutsch-Spanische Filmtreffen“ ins Leben. Seit 2001 betrieb er zusammen mit Marie Noëlle und Dagmar Hirtz das renommierte ARRI Kino in München, das nun auch Mitglied bei "Europa Cinemas" ist. Peter Sehr wurde vom französischen Kultusminister zum Ritter von Kunst und Literatur ernannt (Chevalier de l'ordre des Arts et Lettres) und war Mitglied der Deutschen, Deutsch-Französischen und Europäischen Filmakademie. Prof. Thomas Schadt, Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg: "Mit Peter Sehr verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit, die viel gefordert und mit ihrer leidenschaftlichen Art zu lehren viel erreicht hat. Wir trauern um einen charismatischen Menschen und Freund, der die Hochschule und das Atelier Ludwigsburg-Paris über viele Jahre hinweg entscheidend geprägt hat. Kollegen wie Studierende und ich selbst werden Peter Sehrs Persönlichkeit und Schaffen sehr vermissen.“
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