Ludwigsburg, den 18.02.13
„Zwei Mütter“, der Drittjahresfilm von Regiestudentin Anne Zohra Berrached, hat den „DFJW-Preis Dialogue en perspective“ der 63. Berlinale (7. – 17. Februar 2013) gewonnen. Der Preis des Deutsch-Französische Jugendwerks (DFJW) ist mit 5.000 Euro dotiert und wird traditionell an einen Film aus der Sektion Perspektive Deutsches Kino vergeben. Die Jury besteht aus jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren, die aus Deutschland und Frankreich sowie einem Drittland stammen. Jurypräsidentin war 2013 die deutsch-französisch-iranische Regisseurin Emily Atef.
„Zwei Mütter“ erzählt von Katja (43) und Isabella (37), die sich entschließen, ein Kind zu bekommen. Das verheiratete Paar findet heraus, dass die meisten Samenbanken keine gleichgeschlechtlichen Paare behandeln. Aber sie finden einen Mann, der Utensilien verkauft, um sich Sperma ganz bequem zu Hause selbst einzusetzen. Es beginnt eine Art Casting für potenzielle Spender, währenddessen Katja allmählich feststellen muss, dass Isabella für ihren brennenden Kinderwunsch bereit ist, ihre Beziehung zu verraten.
Nachdem die junge Jury alle Filme der Perspektive Deutsches Kino gesehen und diskutiert hatte, kürte sie am letzten Tag der Berlinale „Zwei Mütter“ zum glücklichen Gewinner. Über den Festivalbeitrag von Anne Zohra Berrached urteilte sie:
„‘Zwei Mütter‘ hat die Jury sowohl durch seine filmästhetische Form als auch seine inhaltliche Tiefe und Authentizität überzeugt. In einer zurückgenommenen Farblichkeit und dem authentischen Spiel der beiden Protagonistinnen nähert sich der Film auf sehr zarte Weise einem politischen Thema, ohne dabei politisierend sein zu wollen. Durch seine äußere Form, aber auch die sehr gelungene Anleitung der zahlreichen Laiendarsteller zeigt uns der Film ein überzeugendes Porträt einer schwierigen Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen und ihrem Wunsch nach Zweisamkeit und Familie. Der Regisseurin gelingt es auf intelligente Weise, zwischen den beiden klassischen Genres des Dokumentar- und Spielfilms eine weitere Perspektive zu eröffnen, in der beide Formen ihren Platz finden und ineinander übergehen.“
Mit dem „DFJW-Preis Dialogue en perspective“ möchte das DFJW den Dialog zwischen jungen Deutschen und Franzosen fördern und ihnen das aktuelle deutsche Kino näherbringen. Die Auszeichnung soll an einen Film gehen, der es vermag, kritische junge Menschen verschiedener Kulturen gleichermaßen zu beeindrucken.
Die Perspektive Deutsches Kino interessiert sich für die thematischen und ästhetischen Tendenzen im einheimischen Filmschaffen und stellt einem internationalen Publikum das jeweils Neueste aus der deutschen Filmlandschaft vor. „Zwei Mütter“ gehört zu den insgesamt 11 Filmen, die von Sektionsleiterin Linda Söffker für die Perspektive ausgewählt wurden.
Weitere Informationen unter www.berlinale.de
www.berlinale.de/de/das_festival/festival-sektionen/perspektive_deutsches_kino/DialogueTeilnahmebedingungen.html
ZWEI MÜTTER
Regie: Anne Zohra Berrached
Producer: Cosima M. Degler, Karoline Henkel
Kamera: Friede Clausz
Ton: Oscar Stiebitz, Tobias Scherer, Frederik Pfeiffer
Montage/Schnitt: Denys Darahan
Szenenbild: Carina Cavegn, Cosima Vellenzer
Musik: Jasmin Reuter
Maske, Kostüm, Innenrequisite: Lou Strenger, Hannah Weissenborn
Mit: Sabine Wolf, Karina Plachetka, Florian Weber, Joachim Welz, Maarten R. van Santen, Tilmann A. Müller