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Begründungen der Jury Deutscher Kurzfilmpreis

Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten

„Die Haushaltshilfe“, Hersteller: Filmakademie Baden-Württemberg in Koproduktion mit dem SWR, Regie: Anna Hoffmann.

Drei Menschen in einer Zwangsgemeinschaft: Die 29jährige Martina aus der Slowakei hat - auf Wunsch ihrer Mutter - einen Pflegejob bei einem sehr gebrechlichen alten Ehepaar am Bodensee angenommen. Während Martina sich fremd fühlt und generic cialis and generic viagara Heimweh hat, ist die Hausherrin Lore (75) zunehmend unzufrieden mit der teuer bezahlten Arbeitsleistung. Nur Max (87) freut sich die junge Frau zu sehen.

In beklemmenden Bildern – aus erstaunlicher Nähe gedreht – tritt die Unvereinbarkeit der Erwartungen und viagra next day air price check 50 mg viagra Vorstellungen beider Seiten zu Tage. Die genaue Beobachtung zeigt wie unter einer Lupe die Mechanismen der wechselseitigen Abhängigkeiten. Die Montage enthält sich dabei einer Wertung, überlässt es vielmehr dem Betrachter, seine Gefühle in das Geschehen hinein zu projizieren. In der Konzentration auf das Kammerspielartige liegt die Stärke dieses unprätentiösen Dokumentarfilmes, der einen klugen Beitrag zur Demografiedebatte in Deutschland leistet.

Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme mit einer Laufzeit bis sieben Minuten

"Kokon", Hersteller: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin in Koproduktion mit ARTE, Regie: Till Kleinert.

Ein Oberstufenschüler lässt sich seine schulterlange Haarpracht auf Nackenlänge stutzen. Er überrascht damit seine Mitschüler. – Anhand dieser geradezu banalen Handlung entfaltet „Kokon“ mit großem Gespür für menschliche Innenwelten seine bemerkenswerte Poesie.

Der dialogfreie Film ist so komponiert, dass die titelgebende Gemütslage des Protagonisten für den Zuschauer erfahrbar wird, ohne dass sie auserzählt werden muss. Die Macher erzeugen mit einfachen filmischen Mitteln gewinnbringend ein Gefühl, das sich irgendwo, irgendwann zwischen Pubertät und Adoleszenz verorten lässt, und das eigentlich jeder so oder anders mal erlebt hat. Lesbar als ‚coming of buy cialis in canada age’ Geschichte aber auch als ‚coming out’, konzentriert sich der Film auf die subjektive Innenwelt seiner Hauptfigur, um diese sichtbar sowie hörbar aufzubrechen und cheapest generic cialis canadian pharmacy aus ihr herauszutreten. Eine Genese, mit der filmisches Handwerk sehenswert unter Beweis gestellt wird, und ein zartes Erlebnis, das sich mit anderen teilen lässt. Bravo!

Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten

"Polar", Hersteller: Kunsthochschule für Medien Köln in Koproduktion mit Kinomaton München und 100mg viagra Dschoint Ventschr Zürich, Regie: Michael Koch.

Diese Familiengeschichte hat uns von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Ein erwachsener Sohn, der sich nach längerer Trennung vom Vater unverhofft in dessen neuer Familie wiederfindet und generic viagra online verzweifelt um seine Aufmerksamkeit kämpft. Ein Vater, der ihn immer wieder ins Leere laufen lässt und buy pfizer viagra sich der Situation mit versteinerter Miene zu entziehen versucht. Das Ganze in einer einsamen Berglandschaft, in der es keinen Himmel zu geben scheint und viagra overnite die mit ihren steilen Hängen und Nebelwänden seltsam klaustrophobisch anmutet.

An dem leisen Film über die Sehnsucht nach Nähe und generic viagra reviews canada die Schwierigkeit, sie zu erlangen, hat uns alles überzeugt: die sparsamen Dialoge – kein Wort zu viel –, die subtile Schauspielführung – keine überflüssige Geste – und eine insgesamt reduzierte Erzählweise, die vieles aus- und offenlässt, damit aber umso mehr Raum für feine und order usa viagra online mehrdeutige Zwischentöne schafft. Die souveräne Kamera bleibt konsequent bei den Figuren und cheapest viagra australia setzt die karge Landschaft so ins Bild, dass sie deren Seelenzustände zu reflektieren scheint. Reduktion auf allen Ebenen also. Herausgekommen ist ein Film von großer atmosphärischer Dichte, der tief berührt, ohne im Geringsten sentimental zu sein.

Der Kurzfilmpreis in Gold für Dokumentarfilme

"Wagah", hergestellt von Detailfilm Gasmia & Kamm GbR, Hamburg in Koproduktion mit Perspective SPC, Kalkutta, Regie: Supriyo Sen.

‚Wagah’ ist der einzige Grenzübergang zwischen Pakistan und viagra discount Indien. Die Schließung der Grenztore durch Soldaten beider Länder ist ein allabendliches Spektakel. Die martialische Choreographie dieses simplen Vorganges lockt täglich Tausende von Zuschauern an die Grenze. Singend und cialis dosagem tanzend wird von beiden Seiten der bis ins kleinste Detail inszenierte Aufmarsch der eigenen Soldaten angefeuert. Der Regisseur erzählt dieses Schauspiel über den auf indischer Seite lebenden Jungen Manpreet Singh, der durch den Verkauf von DVDs dieses Ereignisses seine Familie unterstützt.

Die große Leistung des Dokumentarfilmes ‚Wagah’ ist es, den politischen Konflikt zwischen Indien und Pakistan an diesem Ort ohne große Erklärungen facettenreich darzustellen. Die kluge Montage des Filmes führt den Betrachter langsam von Drachen spielenden Kindern an der Grenze über die volksfestartige Stimmung der Zuschauer zu der absurd anmutenden Vorstellung der Soldaten. Der Rhythmus der Drohgebärden der Soldaten verbindet sich mit dem nationalen Enthusiasmus der Zuschauer – auf pakistanischer Seite ebenso wie auf indischer. Wenn die Fahne eingezogen ist, ist das Spektakel vorbei und es herrscht langsam wieder Ruhe. Eine gefährliche Ruhe, die die Bedrohung im Zusammenhang mit dieser seit 1947 existierende Grenze spürbar macht, obwohl oder gerade weil die Bevölkerung auf beiden Seiten oft eng miteinander verbunden ist.

Kurzfilmpreis in Gold für Animations-/Experimentalfilme

"Please say something“, Hersteller: David O’Reilly Animation, Berlin, Regie: David O‘Reilly.

„Please say something“ von David O’Reilley ist eine universelle Parabel über Liebe, Einsamkeit und Verlust, die in ihrer originellen Bildgestaltung den Zuschauer in ein einzigartiges Universum und eine dennoch nachvollziehbare moderne Lebenswelt hineinzieht. Trotz der reduzierten grafischen Gestaltung, die in ihrer Flächigkeit an frühe Computerspiele erinnert, und den Brüchen einer optionalen Erzählweise entfaltet die Animation eine emotionale Intensität und eine glaubwürdige Humanität. Die Computeranimation, die bewusst auf fotorealistische Effekte verzichtet, verkommt nie zum Selbstzweck, sondern ermöglicht die Verdichtung einer komplexen Handlung, wie man es sich von einem Kurzfilm wünscht. Die Zeichenhaftigkeit der Animation und die perspektivische Verfremdung des Stadt- und Wohnraums wirken zunächst kühl und abstrahiert wie ein Edward Hopper-Gemälde, schaffen jedoch den idealen Rahmen einer leidenschaftlichen Liebesromanze. Auch die Tonebene erscheint zunächst mit ihrem niedlich-minimalistischen Duktus absolut inadäquat, dieses anrührende Beziehungsdrama zu transportieren. Aber auch hier stellt sich schnell der gegenteilige Effekt ein. So lässt einen diese eigentümliche kleine Pixel-Lovestory zwischen Katze und Maus weit aus berührter zurück als manch eine hochkarätig besetzte Großproduktion.