Grundlegende Voraussetzungen für eine Bewerbung an der Filmakademie sind in der Regel die Allgemeine Hochschulreife und mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Film- und Medienpraxis. Die Regelstudienzeit beträgt im Vollstudium 8 Semester, im Projetstudium (Quereinstieg) 4 Semester. Die Entscheidung für eine straffe Struktur des Studiums, die bei der Gründung der Filmakademie ganz bewusst getroffen wurde, kommt letztlich den Studierenden zugute. Vor allem jedoch steht sie in Einklang mit der grundlegenden Philosophie, die Diplomand/innen bestmöglich auf die berufliche Praxis vorzubereiten. Theoretische und praktische Lehrveranstaltungen gehen daher vom ersten Semester an in allen Studiengängen Hand in Hand.
Nach einem Eröffnungsvortrag einer bekannten Persönlichkeit beginnt die Ausbildung mit Basiskursen zu Organisation und Technik, aber auch inhaltlichen Grundlagenkursen wie einer Einführung in das filmische Erzählen oder in die Geschichte und Terminologie der Montage. Anschließend startet der Unterricht in den einzelnen Abteilungen.
Innerhalb des Studiengangs Film + Medien belegen die Studierenden im zweijährigen Grundstudium Kurse in Bildgestaltung/Kamera, Drehbuch, Regie sowie ab dem zweiten Studienjahr Animation und Montage/Schnitt. Das erste Studienjahr ist in Quartale aufgeteilt. In jedem dieser Quartale erhalten die Studierenden Unterricht in einem der Pflichtkurse Bildgestaltung/Kamera, Drehbuch, Filmgestaltung, Regie. Der Kurs Filmgestaltung räumt den Studierenden im Rahmen des verfügbaren Budgets größtmögliche kreative Freiheit bei der Herstellung ihrer Projekte ein. Zusätzlich erhalten die Studierenden im ersten Jahr Einblick in Grundlagen der Produktion. Am Ende jeden Quartals stehen fertige Filme, die in studentischen Teams aus unterschiedlichen Abteilungen realisiert werden. Neben der Verlinkung von Theorie und Praxis ist diese Teamorientierung ein weiterer Grundpfeiler der Ausbildung an der Filmakademie, denn sie spiegelt die arbeitsteiligen Prozesse der professionellen Filmproduktion wider.
Das zweite Studienjahr ist in Semester gegliedert. In einem Halbjahr erhalten die Studierenden Unterricht in dem Fachgebiet, für das sie immatrikuliert wurden, im anderen belegen sie einen der Wahlpflichtkurse Drehbuch, Regie (szenisch, dokumentarisch oder Werbefilm), Bildgestaltung/Kamera, Montage/Schnitt, Filmgestaltung oder Animation. Die Filmpräsentationen erfolgen nun am Ende der beiden Semester. Darüber hinaus finden im gesamten Grundstudium interdisziplinäre Pflichtveranstaltungen statt, wie zum Beispiel eine Vorlesung zu Filmgeschichte und -theorie oder die sogenannten „Aka-Pitchings,“ bei denen die Studierenden im Projektstudium ihre Projekte in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung vor allen Studierenden der Filmakademie präsentieren. Damit die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Medium Film und das schriftliche Artikulationsvermögen der Studierenden nicht zu kurz kommen, sieht der Lehrplan im ersten und dritten Studienjahr das Verfassen einer Hausarbeit zu einem filmhistorischen oder filmtheoretischen Thema vor.
Für Studierende, die das Grundstudium absolviert haben, beinhaltet das zweijährige Projektstudium die Studienschwerpunkte Animation, Bildungs- und Wissenschaftsfilm, Bildgestaltung/Kamera, Dokumentarfilm, Drehbuch, Interaktive Medien, Montage/Schnitt, Szenischer Film sowie Werbefilm. Hinzu kommen die Studienschwerpunkte Motion Design und Szenenbild, die ausschließlich als Quereinstieg in das zweijährige Projektstudium angeboten werden. Wie der Name schon sagt, steht im Projektstudium die praktische Filmherstellung im Vordergrund. Gleichzeitig wird der theoretische Unterricht reduziert. Die Studierenden haben jeweils ein Jahr Zeit, um ihre Filme zu realisieren. Am Ende des vierten Studienjahres steht dann der Diplomfilm.
Neben dem Studiengang Film + Medien bietet die Filmakademie auch einen vierjährigen Studiengang Produktion an. In der Regel werden von den Bewerber/innen berufliche Erfahrungen im Film- und Medienbereich von mindestens zwei Jahren gefordert. Die Producer kümmern sich vom ersten Studienjahr an im Team mit den Studierenden der anderen Abteilungen um die Organisation der Projekte. Gemeinsam mit dem Regisseur und dem Bildgestalter tragen sie auch Sorge für eine sinn- und verantwortungsvolle Verwendung des zur Verfügung stehenden Projektbudgets. Im dritten Studienjahr belegen die Studierenden zusätzlich zum Unterricht der Abteilung Produktion eine der drei folgenden Vertiefungen: Creative Producing, International Producing oder Serien Producing. Im Verbund mit Studierenden anderer Abteilungen wie etwa Drehbuch, Szenischer Film oder den Teilnehmer/innen des Atelier Ludwigsburg-Paris entwickeln die Produktionsstudierenden dort Stoffe für Filmprojekte, teilweise bis zur Produktionsreife. Wenn dies bei der Bewerbung angegeben wurde, ist nach der zweijährigen Grundausbildung in der Abteilung Produktion im Projektstudium auch die Wahl einer der folgenden drei Vertiefungen möglich: Animation/Effects Producing, Crossmedia/Games Producing, Werbefilm Producing. Die Ausbildung erfolgt dann in den jeweiligen Fachabteilungen Animation, Interaktive Medien bzw. Werbefilm innerhalb des Studiengangs Film + Medien.
Für Bewerber/innen, die entsprechende Vorqualifikationen mitbringen, etwa mindestens ein Vordiplom oder einen Bachelor, ist ein Quereinstieg in das 3. Jahr (Projektstudium) des Studiengangs Produktion sowie aller Studienschwerpunkte des Studiengangs Film + Medien (außer Szenischer Film) grundsätzlich möglich. Im Studienschwerpunkt Animation entscheiden sich die Bewerber/innen dabei für eine Vertiefung im Bereich Animation & Effects, Animation/Effects Producing, Concept & Arts oder Technical Directing, im Studienschwerpunkt Drehbuch für Spielfilm oder Serie, im Studienschwerpunkt Interaktive Medien für Content Director oder Crossmedia/Games Producing, im Studienschwerpunkt Werbefilm für Regie/Werbefilm oder Werbefilm Producing.
Der Studiengang Filmmusik + Sounddesign, der sich in die Studienschwerpunkte Filmmusik und Filmton/Sounddesign aufteilt, wird als zweijähriges Projektstudium angeboten. Auch hier gilt das Prinzip, dass die Studierenden in die an der Filmakademie entstehenden Projekte involviert und in die Produktionsabläufe integriert sind.
Abgerundet wird das Lehrangebot von einem einjährigen Postgraduierten-Studium im Rahmen des Atelier Ludwigsburg-Paris und einem Filmschauspiel-Workshop in Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, der sich vor allem an junge Theaterschauspieler/innen richtet, die den Umgang mit den spezifischen Anforderungen des Spielens für Film und Fernsehen erlernen wollen.
Andreas Friedrich
Studienleiter