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| Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2016 für Filmakademie-Studentin Manuela Bastian:

Dokumentation WHERE TO, MISS? ausgezeichnet

Ludwigsburg, 09.11.2016  

Manuela Bastian, Studentin der Regie/Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg, ist in der Kategorie Hochschule mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet worden. Die Jungregisseurin erhielt die Auszeichnung für ihren Film WHERE TO, MISS? über eine junge Inderin, die gegen den gesellschaftlichen Widerstand und den ihrer Familie Taxifahrerin werden will.

In WHERE TO, MISS? begleitet Manuela Bastian über drei Jahre hinweg die Inderin Devki auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Ein Weg, der vor allem durch ihren Kampf gegen männlichen Widerstand geprägt ist: Gegen den Vater, gegen den Ehemann und gegen den Schwiegervater. Devki lebt im ständigen Konflikt zwischen ihrem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft, in der eine Frau nicht zu arbeiten hat, dem Mann gehorcht und ansonsten für Haushalt und Kindererziehung zuständig ist.

Auf das Thema ihres Drittjahresfilms an der Filmakademie Baden-Württemberg war Manuela Bastian 2012 gestoßen, als eine junge indische Studentin in Delhi brutal vergewaltigt wurde und später an den Folgen ihrer Verletzungen starb: „Die Idee war, einen Film über Frauen zu machen, die sich gegenseitig helfen. Außerdem wollte ich ein anderes, durchaus auch positives Frauenbild in Indien aufzeigen, von Frauen, die sich für andere Frauen einsetzen“, erläutert Manuela Bastian. „Mit dem Film wollte ich meiner Frage nachgehen, warum es so schwierig ist für indische Frauen, sich aus den gesellschaftlichen Strukturen zu befreien. Ich suchte nach einer Frau, die mutig für ihr selbstbestimmtes Leben kämpft – und fand Devki, die Taxifahrerin.“

Bei den Dreharbeiten musste das junge Filmteam jedoch lernen, wie tief das Männer- und Frauenbild in den Köpfen der indischen Bevölkerung tatsächlich verankert ist. Es braucht große Opfer, um neue Wege zu beschreiten. Anhand des Schicksals von Devki erzählt WHERE TO, MISS?, warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.

WHERE TO, MISS? setzt übrigens auch an zum Sprung auf die große Leinwand: Kinostart des Dokumentarfilms ist am 19.01.2017. Dann bringt W-Film die Dokumentation deutschlandweit, in Österreich und in der Schweiz ins Kino.

Neben Manuela Bastian kann sich auch Filmakademie-Dozentin Heidi Specogna über einen Deutschen Menschenrechts-Filmpreis freuen. Sie gewann die Auszeichnung in der Kategorie Langfilm für ihren Dokumentarfilm CAHIER AFRICAIN.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird alle zwei Jahre anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte verliehen. Er soll herausragende Produktionen zu Menschenrechtsthematiken auszeichnen und auf diese Weise den erfolgreichen, oft lebensgefährlichen Einsatz engagierter Filmemacherinnen und Filmemacher für die Einhaltung der Menschenrechte würdigen. Der „Deutsche Menschenrechts-Filmpreis“ wird aktuell von 18 Veranstaltern getragen, darunter bundesweit tätige Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit. Der Jury wurden 385 Produktionen in den fünf Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Hochschule und Amateure zur Sichtung und Bewertung vorgelegt. Die Preisträger werden am 10. Dezember 2016 in der Nürnberger Tafelhalle geehrt.

WHERE TO, MISS?
2015, 85 Min.

Regie: Manuela Bastian
Bildgestaltung: Jan David Günther
Producer: Bianca Laschalt, Marvin Rößler
Editor: Maximilian Raible
Ton: Arvid Klapper, Maximilian Raible, Adriana Espinal
Sounddesign: Ana Monte
Mischung: Marvin Keil
Musik: Milky Chance
Design: Bennet Meyer

Kinostart: 19.01.2017

Weitere Infos unter:


www.menschenrechts-filmpreis.de

Trailer: vimeo.com/142327603