16.04.2026

Förderverein der FABW verleiht Caligari-Preise 2026

Auszeichnungen

Förderverein der FABW verleiht Caligari-Preise 2026

dreizehn studentische projekte ausgezeichnet

Am Mittwochabend, 15. April 2026 fand im Albrecht Ade Studio der Filmakademie Baden-Württemberg die Verleihung der Caligari-Preise statt. Der Förderverein der FABW konnte sich über eine beeindruckende Resonanz mit 38 eingereichten Projekten aus verschiedenen Genres und Studienschwerpunkten wie Animation, Journalistischer Film, Dokumentarfilm, Szenischer Film, Interaktive Medien und Werbefilm freuen. Die Projekte stammen von Studierenden des 3. und 4. Studienjahrs.

Die Jury, bestehend aus dem Vorstand des Fördervereins der FABW, nominierte 27 Projekte und vergab schließlich 13 Caligari-Preise im Wert von je 5.000 Euro (Liste der ausgezeichneten Projekte s.u.).

Die Caligari-Förderpreise sind von großer Bedeutung für junge Filmemacherinnen und Filmemacher: Die finanzielle Unterstützung bietet ihnen bessere Möglichkeiten, ihre Projekte zu realisieren und sich in der Branche weiter zu etablieren. Die Preisgelder wurden von folgenden Sponsoren und Förderern bereitgestellt:

  • Barbara Carl Stiftung
  • Jung von Matt Neckar GmbH
  • Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
  • film GmbH
  • Stadt Ludwigsburg
  • Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse Ludwigsburg
  • Stihl AG & Co.KG
  • SV Sparkassenversicherung Holding AG
  • Wüstenrot Stiftung
  • YTF Young Talent Foundation Berlin gGmbH
  • Nico Hofmann & Sascha Schwingel

Die Veranstaltung wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, Wolfgang Kerber, moderiert. Für die musikalische Begleitung sorgte wie in den letzten Jahren die Caligari-Band unter der Leitung von Andreas Fuchs.

Die Jury würdigte die kreative Bandbreite der prämierten Projekte (siehe Übersicht unten) als bemerkenswert und facettenreich: "Die Auswahl ist uns auch in diesem Jahr schwergefallen. Die eingereichten und mit einem Caligari ausgezeichneten Projekte behandeln Grundlagen der menschlichen Existenz wie Freundschaft, Liebe und Identität ebenso wie Ausflüge ins Fantastische und aktuelle Themen von Migration bis häusliche Gewalt", erklärt Jürgen Walter, 1. Vorsitzender des Fördervereins. "Wir freuen uns bereits jetzt, die fertigen Projekte auf der Leinwand zu sehen."

Ausgezeichnete Projekte:

MAISON BAOBAB
In Rabat, einem zentralen Knotenpunkt für Migrant*innen in Marokko, bietet die Unterkunft MAISON BAOBAB Schutz für Frauen und deren Kinder.
Die Reportage zeigt den Alltag in dem von Migrant*innen selbstverwalteten Rasthaus.

ARBEITERKIND
Der Chef kann nicht mehr. Er ist im Burnout und hat seine Stimme verloren. Die Angestellte spricht jetzt für ihn. Sie liebt Effizienz, aber weiß nicht mehr, wie man lacht und weint. Opa steht kurz vor der Rente, liebt Arbeit und hat Angst vor dem „und dann“. Enkel Kiddo will einen eigenen Arbeitsvertrag und seine große Schwester hüpft von Praktikum zu Praktikum.
Eine besondere Familiengeschichte aus dem Herzen der Leistungsgesellschaft.

DARF DIE DAME DEN KÖNIG SCHLAGEN
Eine Zuschauerin sitzt in der Oper und schaut gespannt zu. Als der König auf der Bühne versucht, seine Frau umzubringen, und nur noch ihre kraftvolle Opernstimme durch den Saal hallt, sitzt die Zuschauerin in Wirklichkeit gar nicht in der Oper. Sie sitzt bei sich zuhause auf dem Sofa, wo sie die Schreie ihrer Nachbarin hört, weil diese wieder von ihrem Mann misshandelt wird. Häusliche Gewalt betrifft uns alle. Auch Zuschauende.

JOSEFINE
Als sich Christa (56) in die neue Chorleiterin Josefine (59) verliebt, eröffnen sich ihr ungeahnte Möglichkeiten. Inspiriert und zugleich verunsichert von ihrem queeren Begehren, steht plötzlich die Beziehung zu ihrem Ehemann Michael (62) auf dem Spiel. Zwischen Lust, Schuldgefühlen und Hitzewallungen fragt sich Christa, was das Leben noch für sie bereithält und was es bedeutet, sich nach dreißig Jahren Ehe mit einem Mann in eine Frau zu verlieben.

ICH MÖCHTE IN DIR WOHNEN
Stina und Malik lieben sich so sehr, dass sie beginnen, physisch zusammenzuwachsen und für ihre Trennung in eine Entzugsklinik für emotional abhängige Paare gehen müssen. Ein surrealistischer Kurzfilm über emotionale Abhängigkeiten in einer Welt, in der sich diese Abhängigkeiten körperlich äußern.

DER FISCHER UND DAS KIND
Ein demoralisierter Fischer hat seine Freude am Fischen verloren und steckt in seiner täglichen Routine fest. Er wird von einem großen Fisch verschluckt und auf den Mond transportiert, wo er ein Kind trifft. Dieses lädt den überwältigten Fischer in seine unbeschwerte Welt ein, während es in den Kratern des Mondes spielt und fischt.
Als der skeptische Fischer und das Kind sich näherkommen, erkennt der Fischer, dass das Kind er selbst ist. Durch die Verspieltheit seines jüngeren Ichs erinnert sich der Fischer an seine Freude, als er in seinen Alltag zurückkehrt.

THE TRACKS AHEAD
Zugbegleiter Moe steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung im Zug, der Verstorbene auf ihrer letzten Reise ins Jenseits begleitet. Doch selbst im Tod sind nicht alle gleich. Nach einem Konflikt zwischen Fahrgästen werden die "unnatürlich verstorbenen" Passagiere immer weiter ausgegrenzt. Moe trägt diese Spaltung mit, obwohl er selbst das Schicksal der "unnatürlichen" teilt.
Als diese dann nicht mehr mitfahren dürfen, öffnet dies Moe die Augen. Er steigt freiwillig aus und stellt seine Arbeitskolleg*innen vor die Wahl. Werden sie weitermachen wie bisher - oder entscheiden sie sich, hinzusehen?

THE UNWRAPPING PARTY
London 1868: Ada hofft auf einen Heiratsantrag von Cecil. Als er sie zu einer „Unwrapping Party“ einlädt (ein High-Society-Event zur viktorianischen Zeit, bei der eine Mumie ausgewickelt wird), fühlt sie sich ihrem Ziel nah. Leider packt Cecil neben der Mumie auch seinen wahren Charakter aus. In Ada erwacht eine uralte Wut. Eine magische Verbindung zur Mumie entsteht und erweckt diese zum Leben.

JUNGE HERZEN
Jugendliche wachsen in eine Welt voller politischer Debatten und globaler Krisen. Unter dem ständigen Einfluss von Social Media müssen sie sich darin selbst finden. Das intime Generationen-Porträt erforscht die Ängste, Wünsche und Hoffnungen von Jugendlichen in Deutschland und gewährt einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt. Der Film begegnet 14-Jährigen in einer Phase, in der Zugehörigkeit, Gruppenzwang und Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielen: Wer bin ich, und wer ist meine Gruppe? Bin ich bereit, meine eigenen Werte für die Gruppe aufzugeben?
Mit beeindruckend nahen Interviews macht JUNGE HERZEN spürbar, wie gesellschaftliche Stimmungen in die Gefühlswelt der jungen Generation einsickern und zu politischen Irrwegen führen können.

DEUTSCHLANDMÄRCHEN
WM 2006: Während das Land im Fußballfieber liegt, erfüllt sich für das kinderlose Ehepaar Brauer endlich der lang ersehnte Kinderwunsch: Auf magische Weise steht plötzlich ein Waisenknabe vor ihrer Tür – der »kleine Heinrich«. Alles scheint perfekt, doch rasch bröckelt das Idyll, als sich ihr neues Vorzeigekind als überzeugter Nazi entpuppt. Das Wunderkind treibt einen Keil zwischen die Eltern: Während Mutter Birgit verzweifelt versucht, den Jungen „auf Linie“ zu bringen, weckt Heinrich bei Vater Peter verdrängte Sehnsüchte, die eine ganz neue Kraft in ihm entfalten. Am Ende steht ein WM-Grillfest im eigenen Garten, das die Familie auf ungeahnte Weise wieder zusammenbringen könnte – oder alles in die Luft sprengt.

COLDBURN
In einer heißen Zukunft, in der Tageslicht tödlich ist, entdeckt eine Crew von Nachtarbeiter*innen in einem verlassenen Lagerhaus eine gefährliche Kreatur. Ihr eiskalter Atem macht sie wertvoll – und wird zu ihrem gegenseitigen Untergang.

B 14
Bei der Restaurierung des hundertjährigen Familienautos versucht ein Vater, seiner Tochter ein mechanisches Erbe zu hinterlassen, mit dem sie nichts anzufangen weiß.

SCHWEBEN
Drei Jahre nach ihrer überstandenen Krebserkrankung versucht die 23-jährige Vic endlich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die durch die Krankheit verlorene Zeit aufzuholen. Doch zu den halbjährlichen Nachkontrollen begleitet sie weiterhin ihre Mutter Tine, deren Angst um ihr Kind aus der Zeit der Krankheit nie aufgehört hat. Als bei einer Routineuntersuchung auffällige Blutwerte entdeckt werden und der Verdacht auf ein Rezidiv im Raum steht, gerät die fragile Beziehung zwischen Mutter und Tochter ins Wanken. Während Vic die mögliche Diagnose verdrängt und verzweifelt an einem Gefühl von Freiheit festhält, verfällt Tine wieder in ihre alte mütterliche Rolle der Beschützerin und Betreuerin.
Tines Fürsorge wird von ihrer Tochter immer stärker als Kontrolle empfunden, bis die Situation eskaliert und Vic aus der Wohnung ihrer Mutter flieht. In einer exzessiven Nacht versucht sie, sich im Rausch des Stadtlebens lebendig zu fühlen und der drohenden Realität zu entkommen. Doch je stärker Vic gegen die Angst ankämpft, desto unausweichlicher wird die Konfrontation mit ihrer Vergangenheit und der Beziehung zu ihrer Mutter.

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