07.09.2026
Führende Film- und Medienschulen aus Europa und den USA fordern Investitionen in Bildung und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI
FABW International
FABW bezieht auf Einladung von Emmanuel Macron Stellung beim Lumière Summit in Saint-Paul de Vence
Ludwigsburg / St.-Paul de Vence, 10. September 2026 – Die Zukunft von Film und Medien hängt nicht in erster Linie von technologischer Innovation ab, sondern von den Menschen, die sie gestalten. Das ist die zentrale Botschaft einer gemeinsamen Erklärung führender Film- und Medienhochschulen aus Europa und den USA unter dem Titel „The Future of Creation Depends on the Future of Education“.
Zu den Unterzeichnern gehört Prof. Dr. Andreas Bareiß, Direktor und Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg (FABW). Die Erklärung wurde im Rahmen des „Lumière Summit“ erarbeitet, der am 6. und 7. September in Saint-Paul de Vence, Frankreich, stattfand auf Einladung und Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des koreanischen Präsidenten Lee Jae-myung. Der Summit versammelte hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik, Gesellschaft und Bildung, um Positionen für die Zukunft von Film und Medien im Zeitalter künstlicher Intelligenz zu erarbeiten.
In ihrem gemeinsamen Appell rufen die renommierten Filmschulen aus Frankreich, Deutschland und den USA Industrie, Politik und öffentliche Institutionen dazu auf, Film- und Medienausbildung als strategische kulturelle Infrastruktur anzuerkennen und langfristig in die nächste Generation von Film- und Medienschaffenden zu investieren. Gerade angesichts künstlicher Intelligenz, neuer Produktionsverfahren und sich wandelnder Berufsbilder seien kritisches Denken, kulturelles Wissen und menschliche Urteilskraft entscheidend.
Prof. Dr. Andreas Bareiß: „Je leichter der Zugang zu mächtigen Technologien wird, desto entscheidender wird die Fähigkeit, mit ihnen etwas Relevantes zu schaffen. Unsere Aufgabe ist deshalb nicht nur, junge Menschen mit neuen Technologien und ihren Möglichkeiten vertraut zu machen; wir müssen vor allem ihre Fähigkeit schulen zu entscheiden, welche Inhalte wie erzählt oder berichtet werden sollten und warum diese relevant sind. Deshalb müssen wir nicht nur in künstliche Intelligenz investieren, sondern vor allem in menschliche Intelligenz. Anderenfalls bestimmen am Ende Maschinen und diejenigen, die sie kontrollieren, wie wir die Welt, unsere Gesellschaft und uns selbst begreifen. Was wir brauchen, ist menschliche, künstlerische und narrative Souveränität. Auf europäischer, nationaler und individueller Ebene.“
Die Erklärung der Filmschulen fordert unter anderem langfristige Partnerschaften zwischen Hochschulen und der Industrie, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie eine stärkere Beteiligung von Künstlerinnen, Künstlern und Studierenden an technologischen Entwicklungsprozessen. Zugleich wird ein verantwortungsvoller Umgang mit KI gefordert, der Urheberrechte, Transparenz und die Schaffung originär kreativer Werke sicherstellt sowie eine angemessene Vergütung derer, die sie schaffen.
Unterzeichnet wurde der Aufruf von den Leitungen der renommierten Filmschulen La Fémis und GOBELINS (beide Paris, Frankreich), der University of California (UCLA) und der University of Southern California (USC, beide Los Angeles, USA) sowie der Filmakademie Baden-Württemberg (Ludwigsburg, Deutschland).
Der vollständige Text der Erklärung ist abrufbar unter LINK.