30.04.2026

LBBW-Stiftung verleiht „Prof. Dr. Walther Zügel-Förderpreise“

Auszeichnungen

LBBW-Stiftung verleiht „Prof. Dr. Walther Zügel-Förderpreise“

Etablierte Förderpreise an FABW-Studierende unter neuem Namen

Die LBBW-Stiftung hat am 29. April erstmals die „Prof. Dr. Walther Zügel-Förderpreise für Studierende der Filmakademie Baden-Württemberg“ vergeben. Mit der Namensgebung würdigt die LBBW-Stiftung ihren Gründer und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Landesgirokasse, Prof. Dr. Walther Zügel, der im Juli 2025 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Die LBBW-Stiftung erinnert damit nicht nur an ihren Gründer, sondern auch an eine prägende Persönlichkeit, die den Ausbau der Kunstsammlung der Landesgirokasse maßgeblich vorangetrieben hat. Gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister Prof. Manfred Rommel initiierte er zudem zahlreiche Kunst- und Kulturprojekte in der Region Stuttgart.

„Mit diesem Schritt, der mit seiner Familie abgestimmt wurde, möchten wir die herausragenden Verdienste von Prof. Zügel ehren“, erklärte Stephan Schorn, Geschäftsführer der LBBW-Stiftung und Leiter der Gruppe Gesellschaftliches Engagement der LBBW. „Sein Engagement hat die Arbeit der Stiftung und das kulturelle Leben in der Region nachhaltig geprägt. Es ist uns wichtig, dieses Wirken sichtbar zu halten.“

Die FABW dankte der LBBW-Stiftung für die langjährige Unterstützung. Die Förderung ermögliche Studierenden, ihre filmischen Projekte auf professionellem Niveau zu realisieren und künstlerisch weiterzuentwickeln.

„Die kontinuierliche Förderung durch die LBBW-Stiftung ist für unsere Studierenden von großer Bedeutung. Sie eröffnet Freiräume für Experimente und unterstützt sie dabei, den nächsten Schritt in der künstlerischen Entwicklung zu wagen“, sagte Prof. Dr. Andreas Bareiß, künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg.

Im Studienjahr 2025/2026 wurden folgende Projekte ausgezeichnet:

  • H.E.A.T.
  • TÖLE & TAUBE
  • KOREAN LOVE SONNETS
  • CHRONIKEN EINER GRENZE
  • POCKET BIKE SYMPHONY

Die LBBW-Stiftung unterstützt die FABW bereits seit 1993. Seit 2002 besteht ein strukturiertes Filmförderprogramm, in dessen Rahmen jährlich fünf Projekte aus dem dritten Studienjahr Regie mit jeweils 3.000 Euro gefördert werden. Die Auswahl erfolgt aus den Bereichen Szenischer Film, Dokumentarfilm, Werbefilm, Journalistischer Film sowie Extended Directing.

Das Programm ermöglicht Studierenden, eigene filmische Projekte unter professionellen Bedingungen umzusetzen und künstlerisch weiterzuentwickeln.

Im Jahr 2027 feiert das Filmförderprogramm der LBBW-Stiftung und der Filmakademie Baden-Württemberg sein 25-jähriges Bestehen und zählt damit zu den etablierten Förderinstrumenten für Studierende der FABW.

Teams und Filmsynopsen:

H.E.A.T. (Regie/Dokumentarfilm)
Regie: Nils Eberwein
Team: Jona Riese, Anna-Lena Herzmann, Thamara Medecigo Cruz, Leon Maximilian Brückner, Constantin Rinke

Ein unscheinbares Seminarzentrum in Deutschland: Hier beginnt ein fünftägiges „Hostile Environment Awareness Training“ (H.E.A.T.), das Zivilisten auf Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten vorbereitet. Neun Teilnehmende, darunter Elena, eine Sanitäterin auf dem Weg in die Ukraine; Wael, ein Katastrophenhelfer, der nach Nordafrika reist; und Maria, eine ukrainische Journalistin im Exil, versammeln sich am Montagmorgen. Nervös, neugierig, alle mit ihren eigenen Ängsten und Erwartungen.

TÖLE & TAUBE (Regie/Extended Directing, Szenischer Kurzfilm/Drama)
Regie: Leonie Waschik
Team: Isabella Müller de Paula, Jona Riese, Imanuel Thiele, Alex Peschke, Diana Westphal

Kurz vor ihrer Talentshow erreicht eine Mädchengruppe und ihren Betreuer die Nachricht eines Femizids - und damit die Frage, wie selbstbewusster Ausdruck und männliche Solidarität in einer gewaltvollen Welt aussehen können.

KOREAN LOVE SONNETS (Regie/Journalistischer Film, Kurz-Dokumentation)
Regie: Roshan Arvin Bayesteh
Team: Laure Estival, Kavindu Sivarajha, Hanno Mertin, Pauline Nögel

The film captures the performances of Korean experimental musician and performance artist bela at the Sonic Acts Festival in Amsterdam and at the Elevate Festival in Graz in February and March. The shows, accompanied by video installations, open resonant spaces by playing with the audience’s positioning within the performance environment. In interviews, bela reflects on their artistic practice, formative influences, and future directions. Befriended writers appear within the film, sharing memories and reciting prose in relation to bela’s work. The film further offers insight into bela’s working process during a live session at the Electroacoustic Institute of the Academy of Arts in Berlin, as well as a collaboration with Alexander Iezzi from the Berlin-based experimental duo 33___33_33.

CHRONIKEN EINER GRENZE (Regie/Journalistischer Film, Dokumentarfilm)
Regie: Alan Chadenas
Team: Victor Rubow, Laura Avemarie, Vincent Schlagkamp, Clara Schrader

An der französisch-italienischen Grenze zwingen von der Politik geförderte illegale Pushbacks Geflüchtete in ein tödliches Sisyphus-Spiel zwischen Hochgebirge und Polizeigewalt. Der Film beleuchtet die Folgen einer fragwürdigen Grenzpolitik und zeigt Menschen, die der Härte der Alpen und der Behörden mit Solidarität begegnen.

POCKET BIKE SYMPHONY (Regie/Szenischer Film, Kurzfilm/Drama)
Regie: Marius Schwingel und Adrian Sagolla
Team: Em Johrden, Rocco Häuser, Philipp Mallmann, Caroline Lara Klatt

Der sechzehnjährige Pavel und seine Freunde Teo und Rosha driften im Hochsommer auf der Suche nach Intensität und Resonanz durch das fiktive, triste Spießerkaff Braake. Die Jungs finden keinen Platz für sich und keinen Zugang zu sich selbst. Die gemeinsamen Erlebnisse haben Risse, Spannungen und Kränkungen hinterlassen. Unfähig, das anzusprechen, flüchten sie sich in den Konsum von Lachgas.
Als sie bei dem befreundeten Erwachsenen Björn in der Gartenlaube konsumieren, gerät ein kleiner Junge durch Pavel an einen Lachgasballon und erleidet einen Krampfanfall. Die Gruppe flüchtet überfordert über die Brachen der Stadt. Zum ersten Mal stehen sie den Konsequenzen ihres Handelns direkt gegenüber.

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