47. Max Ophuels Preis Filmfestival
Mit vier Beiträgen in den Wettbewerben sowie weiteren Produktionen in den Programmreihen ist die Filmakademie Baden-Württemberg bei der 47. Ausgabe des renommierten Filmfestival Max Ophüls Preis (19.–25. Januar 2026) stark vertreten. Das Traditionsfestival in Saarbrücken gilt als eines der wichtigsten Schaufenster für den jungen deutschsprachigen Film.
Wettbewerb Dokumentarfilm
Im Wettbewerb Dokumentarfilm konkurrieren zehn Filme um drei Preise, darunter der mit 7.500 Euro dotierte MAX OPHÜLS PREIS: BESTER DOKUMENTARFILM. Für die Filmakademie tritt der Diplomfilm NICHTS BLEIBT UND NICHTS VERSCHWINDET (Regie: Paul Sonntag*) an. Der Dokumentarfilm zeigt eine Straßenecke in Berlin-Moabit im Wandel: Aus einem alternden Supermarkt wird eine Baustelle und schließlich ein Neubau. Regale werden eingeräumt, Wände abgerissen, Pausen gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbeiten, formen den Ort – doch wie bestimmt der Ort die Bedingungen ihrer Arbeit? Zwischen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton überlagern sich verschiedene Versionen des Ortes. Mal spielerisch, mal gespenstisch, entstehen Wiederholungen wie Echos zwischen den Welten.
Kurzfilmwettbewerb
Im Wettbewerb der Kurzfilme wetteifern 25 ausgewählte Produktionen um den mit 5.000 Euro dotierten MAX OPHÜLS PREIS: BESTER KURZFILM sowie den ebenfalls mit 5.000 Euro ausgestatteten PUBLIKUMSPREIS KURZFILM.
Mit dabei sind:
- TAUT (Regie: Ilya Barrett, ca. 6 Min.)
Der Animationsfilm erzählt von Stringo, einem verkümmerten Wellow, der sich nicht wie seine Herde verhält. Als eine gruselige, handförmige Kreatur in ihren Hain eindringt, wird Stringo sichtbar, kämpft und kehrt verändert zurück – ohne Heimat lässt er sich vom Wind treiben. - THE GIRL IS TAKEN AWAY BY ALIENS (Regie: Mu Wang, ca. 20 Min.)
Die 18-jährige Ming stolpert in der Nacht des Geisterfestes in eine surreale Begegnung mit fremden Wesen. In diesem Moment entdeckt sie erstmals ihre wahre Identität. - NON-LIEUX (Regie: Adrian Sagolla, Marius Schwingel, Diana Westphal*)
Marianne und Charlotte arbeiten getarnt als Kammerjägerinnen und übernehmen Aufträge, wo offizielle Institutionen versagen. Ein letzter Auftrag führt sie in die Wohnung eines scheinbar harmlosen Lehrers – und außer Kontrolle geratene Ereignisse stellen sie vor eine unerwartete Herausforderung. Dieser Film entstand in einem von der Baden-Württemberg Stiftung geförderten Austauschprogramm mit der Pariser Filmschule La Fémis.
Spielfilmwettbewerb
Der Alumni-Spielfilm WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN (Regie: Milena Aboyan & Constantin Hatz) hat es in den Wettbewerb der Spielfilme geschafft.
Alumni-Filme und weitere Produktionen
Darüber hinaus ist die Filmakademie auch mit zahlreichen weiteren Alumni-Filmen prominent vertreten. Den Auftakt macht Joscha Bongard* mit seinem aktuellen Diplomfilm BABYSTAR, der in der Sektion „Watchlist“ herausragender deutschsprachiger Nachwuchsfilme gezeigt wird. Weitere Beiträge sind WHITE SNAIL unter der Regie von Elsa Kremser und Levin Peter (Watchlist), SCHLECHTE MENSCHEN unter der Regie von Nathalie Lamb (MOP-Serien) und DAEMONICON unter der Regie von Florian Reiter (MOP-Serien). Im Kinder- und Jugenfilmprogramm laufen außerdem die Animationsfilme TURMSPRINGER (R. Oscar Bittner) und KAULQUAPPE (R: Julia Skala).
Zu den Höhepunkten zählt zudem der Eröffnungsfilm SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK? von FABW-Alumnus Nicolas Steiner, der vom Leben in Einsamkeit, Alkoholismus und der Suche nach Hoffnung erzählt. Bereits 2015 war Steiner mit seinem vielfach ausgezeichneten Abschlussfilm ABOVE AND BELOW im Wettbewerb vertreten.
In weiteren Reihen des Festivals sind ebenfalls Alumni-Filme zu sehen:
Im Programm der KURZ.FILM.TOUR laufen DETLEV (R: Ferdinand Ehrhardt), AT HOME I FEEL LIKE LEAVING (R: Simon Maria Kubiena*) und MAJINI (R: Joshua Neubert und Victor Muhagachi). Ferdinand Ehrhardt ist zudem mit DETLEV im Gastprogramm des Fantasy Filmfests vertreten, ebenso wie David Sick mit COOKEDFELLAS. Den Abschluss bildet die Vorpremiere des SR-Tatorts DAS BÖSE IN DIR von Alumna Luzie Loose.
Last but not least wird das Atelier Ludwigsburg-Paris wieder seine aktuelle deutsch-französische Kurzfilmreihe vorstellen, die in Kooperation mit der Pariser Filmschule La Fémis, ARTE und dem SWR entstanden ist. Dieses Mal lautet das Motto „Glück gehabt“ Das Atelier Ludwigsburg-Paris ist ein einjähriges Weiterbildungsprogramm für Filmproduktion, Finanzierung, Vertrieb und Marketing für europäische Filmschaffende, das an La Fémis und der FABW angesiedelt ist.
Seit über 40 Jahren widmet sich der Max Ophüls Preis der Präsentation und Förderung des deutschsprachigen Nachwuchsfilms. Bei der diesjährigen Ausgabe stellen Svenja Böttger (künstlerische Leitung) und Theresa Winkler (Gesamtleitung Programm) insgesamt 57 Filme in den vier Wettbewerbskategorien vor, darunter 38 Uraufführungen. Das gesamte Festivalprogramm umfasst 146 Beiträge und ist ab sofort auf der offiziellen Website einsehbar.
*Joscha Bongard, Simon Maria Kubiena, Adrian Sagolla, Paul Sonntag, Marius Schwingel, Diana Westphal und Nathalie Lamb sind Stipendiat*innen der Baden-Württemberg Stiftung und haben im Rahmen ihres Studiums an der FABW an einem internationalen Partnerprogramm teilgenommen.