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| "MASEL TOV COCKTAIL" GEWINNT GLEICH ZWEI CIVIS MEDIENPREISE 2020

FILMAKADEMIE-PRODUKTION ERHÄLT HAUPTPREIS UND YOUNG C. BEIM CIVIS AWARD

Am Freitagabend, 02. Oktober 2020, wurde der CIVIS AWARD vergeben, der als Europas bedeutendster Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt gilt. Bereits im Vorfeld stand fest, dass der FABW-Kurzfilm MASEL TOV COCKTAIL in der Kategorie „Young C.“ gewinnen würde. Bei der Preisverleihung räumte der Film, der sich mit dem hochaktuellen Thema deutsch-jüdischer Identität im heutigen Deutschland beschäftigt, nun auch noch den mit 15.000 € dotierten Hauptpreis„Civis Top Award“ ab. Grund zur Freude hatte auch Filmakademie-Absolvent Jochen Laube. Er konnte als Produzent gemeinsam mit Regisseurin Caroline Link den per Publikums-Voting bestimmten Preis in der Kategorie „Cinema“ für ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL entgegennehmen.

Der 30-minütige Spielfilm MASEL TOV COCKTAIL, entstanden im 3. Studienjahr an der Filmakademie, beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema: Dimitrij Liebermann ist Jude und hat Tobi geschlagen, nachdem dieser ihn mit Worten attackiert und sich über den Holocaust lustig gemacht hatte. Dimitrij empfindet zwar nicht unbedingt Reue, trotzdem soll er sich bei Tobi entschuldigen. Auf dem Weg zu seinem Mitschüler begegnet Dimitrij ganz unterschiedlichen Deutschen und wird immer wieder mit seiner deutsch-jüdischen Identität konfrontiert.

Die internationale Jury begründete ihre Wahl wie folgt: „MASEL TOV COCKTAIL ist eine außerordentliche gelungene Inszenierung: schnell, ohne flüchtig zu sein; ernsthaft und zugleich voller Witz; ebenso nachdenklich wie unterhaltsam. Der Film spielt gekonnt mit Klischees, entlarvt Stereotype und ist im besten Sinne provokativ. Ein großartiger Film.“

Der CIVIS Medienpreis ist Europas bedeutendster Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt. Er wird seit 1988 verliehen und mittlerweile in 24 Sprachen und allen Mitgliedsstaaten der EU sowie der Schweiz ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden die besten Programmleistungen im Film, Fernsehen, Radio und im Internet zum Thema Migration, Integration und kulturelle Vielfalt in Europa – alle gestalterischen Formen sind möglich. Die Preise sind insgesamt mit über 20.000 Euro dotiert. Corona-bedingt wurde der Preis dieses Jahr im Rahmen einer neu konzipierten Fernsehsendung in der ARD verliehen. 

Das Filmteam hat unterdessen angekündigt, das Preisgeld zu spenden. Regisseur Arkadij Khaet: „Während Filme über Juden in Deutschland Preise gewinnen, werden Jüdinnen und Juden antisemitisch angegriffen. Als wir unsere TV-Premiere feierten, wurde ein jüdischer Student vor der Hamburger Synagoge attackiert und schwer verletzt. Auch wenn MASEL TOV COCKTAIL ein wichtiger Film ist, so bleibt es nur ein Film. Gleichzeitig gibt es in Deutschland tolle Organisationen, die konkrete Arbeit leisten und Antwort geben auf die Fragen, die unser Film stellt. Diese Organisationen und Menschen stehen selten im Rampenlicht oder bekommen Preise verliehen. Deswegen haben wir uns im Team dazu entschlossen, das Preisgeld von über 15.000 € an zwei Organisationen zu spenden. Zum einen an das DEMOC Zentrum demokratischer Widerspruch, welches sich der Beobachtung von antidemokratischen Bewegungen widmet und wichtige Bildungsarbeit leistet. Aktuell verfolgt und analysiert DEMOC den laufenden Prozess gegen den Attentäter von Halle. Die andere Hälfte des Preisgeldes möchten wir an CURA von der Amadeo Antonio Stiftung geben. CURA ist ein Opferfond, der Betroffene rechter Gewalt finanziell unterstützt und ihrer Perspektive ein Podium bietet.“

Weitere Informationen:
https://www.civismedia.eu/medienpreis/preistraeger-2020

MASEL TOV COCKTAIL
Drehbuch: Arkadij Khaet, Merle Teresa Kirchhoff
Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch
Producer*innen: Christine Duttlinger, Ludwig Meck, Lotta Schmelzer
Bildgestaltung/Kamera: Nikolaus Schreiber
Filmmusik: Nikolas Altmannsberger, Andreas Skandy
Sounddesign: Robin Harff
Ton: Johann Meis
Schnitt: Tobias Wieduwilt
Motion Design: Fritz Gnad, Nina Weilbächer
Szenenbild: Lorena Hahn
Darsteller*innen: Masud Akbarzadeh, Moisej Bazijan, Stefanie German, Vladislav Grakovskiy, Gwentsche Kollewijn, Isabella Leicht, Mike Maas, Petra Naldony, Luke Piplies, Steffen C. Jürgens, Dimitri Tsvetkov, Liudmyla Vasylieva, Mateo Wansing Lorrio, Alexander Wertmann
Sprecher: Kaspar Eichel
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
In Zusammenarbeit mit SWR und ARTE
Redaktion: Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)

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