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| ZWEI AUSZEICHNUNGEN FÜR „MASEL TOV COCKTAIL“ BEIM DEUTSCHEN MENSCHENRECHTSFILMPREIS 2020

FILMAKADEMIE-PRODUKTION WEITER ERFOLGREICH:

Am heutigen Dienstag, 27. Oktober 2020, wurden die Film- und Fernsehproduktionen bekanntgegeben, die mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2020 ausgezeichnet werden. In gleich zwei der fünf Preiskategorien fiel die Wahl auf den bereits vielfach ausgezeichneten 30-minütigen Spielfilm MASEL TOV COCKTAIL, entstanden im 3. Studienjahr an der Filmakademie Baden-Württemberg.

MASEL TOV COCKTAIL beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema: Dimitrij Liebermann (19) ist Jude und hat Tobi geschlagen. Dafür soll er sich entschuldigen. Nur Leid tut es ihm nicht unbedingt. Auf dem Weg zu Tobi begegnet Dimitrij ein Querschnitt der deutschen Gesellschaft und immer wieder ein Problem, das es auszuhandeln gilt: seine deutsch-jüdische Identität.

Die Jury in der Kategorie Bildung war sich sofort einig: „Dieser Film ist ein Glücksfall, erfrischend frech, und hervorragend für Schule und politische Bildung geeignet. Er überzeugt als Jugendfilm genauso wie als Bildungsfilm mit starken Charakteren, ohne moralischen Zeigefinger, und ohne gefällig zu sein (…) MASEL TOV COCKTAIL schafft es in nur 30 Minuten, alles Wesentliche zu erzählen, und teilt dabei aus in alle Richtungen. Auch das Ende passt hervorragend: Es ist ‚Auf die Zwölf-Regie‘ in feinster Art, und mit schwarzer Blende offen, quasi ein weiteres Ende, das sich im Kopf des Publikums abspielt, und das zu weiteren Diskussionen einlädt: Alles in allem ein Sehgenuss mit viel Spaß, dabei gleichzeitig schön und schrecklich mit der richtigen Mischung aus Schock und Augenzwinkern – bitte mehr davon!“

Auch die Jurorinnen und Juroren in der Kategorie Hochschule zeigten sich begeistert: „MASEL TOV COCKTAIL switcht entlang seiner Story locker durch satirische Clips und setzt immer wieder Akzente mit lehrreichen On-Screen-Spotlights auf Zahlen, Fakten und Umfragen. Mit gutem Timing werden pointierte Comedy-Szenen eingestreut. Und so nahbar Dima in ihnen auch erscheint, er will sich nicht gemein machen, will uns kein leichtes Mitgehen und Mitfühlen erlauben. Immer wenn wir glauben, Dima besser zu verstehen, sprengt er mit einem buchstäblichen Schlag gegen die Kamera die Inszenierung und verschiebt mit solch brachialen Schwenks die Zuschauerperspektive auf den nächsten skurrilen Aspekt eines Lebens als Kind einer jüdischen Migrantenfamilie aus der untergegangenen Sowjetunion (…) Der ‚Masel Tov Cocktail‘ kommt süffig daher, mit extrem herber Note im Abgang treffen Arkadij Khaet und Mickey Paatszch sehr geschmackssicher den Punkt: Ihr Film teilt in alle Richtungen aus und ist wohltuend respektlos bis zum verstörenden Schluss, der mit einem symbolischen Schlag ins Gesicht der Zuschauenden ein Ausrufungszeichen setzt.“

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein unabhängiger Medienwettbewerb und wird seit 1998 im zweijährigen Rhythmus vergeben. Der Preis und wird aktuell von Amnesty International und 20 weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft getragen. Jede Wettbewerbskategorie ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro dotiert. Die eingereichten Arbeiten werden durch mehrere Fachjurys gesichtet und bewertet. Die Gewinnerfilme werden bei einer Online-Preisverleihung als Livestream in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk am 5. Dezember 2020 geehrt. Im Anschluss an die Preisverleihung gehen die Gewinnerfilme im Rahmen der "Langen Nächte des Menschenrechts-Films" bundesweit auf Kinotour.

Weitere Informationen:
https://www.menschenrechts-filmpreis.de/

MASEL TOV COCKTAIL
Drehbuch: Arkadij Khaet, Merle Teresa Kirchhoff
Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch
Producer*innen: Christine Duttlinger, Ludwig Meck, Lotta Schmelzer
Bildgestaltung/Kamera: Nikolaus Schreiber
Filmmusik: Nikolas Altmannsberger, Andreas Skandy
Sounddesign: Robin Harff
Ton: Johann Meis
Schnitt: Tobias Wieduwilt
Motion Design: Fritz Gnad, Nina Weilbächer
Szenenbild: Lorena Hahn
Darsteller*innen: Alexander Wertmann, Masud Akbarzadeh, Moisej Bazijan, Stefanie German, Vladislav Grakovskiy, Gwentsche Kollewijn, Isabella Leicht, Mike Maas, Petra Naldony, Luke Piplies, Steffen C. Jürgens, Dimitri Tsvetkov, Liudmyla Vasylieva, Mateo Wansing Lorrio
Sprecher: Kaspar Eichel
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH<
In Zusammenarbeit mit SWR und ARTE
Redaktion: Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)

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