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| Großartige Bilanz bei den Biberacher Filmfestspielen 2017:

Vier Preise gehen an Projekte der Filmakademie Baden-Württemberg

Bester Debüt-Spielfilm, Schülerbiber, Bester Mittellanger Spielfilm und Publikumsbiber: Vier von insgesamt acht Preisen konnten Studierende und Alumni der Filmakademie Baden-Württemberg bei den 39. Biberacher Filmfestspielen mit nach Hause nehmen. Damit kann sich die Bilanz der Ludwigsburger Filmschule bei dem Festival, das am Sonntag (5. November) zu Ende gegangen ist, absolut sehen lassen.

Doppelt Jubeln konnte das Team des Spielfilms BACK FOR GOOD, das sich sowohl über den Preis als Bester Debüt-Spielfilm 2017 als auch über den Schülerbiber 2017 freuen konnte. Beide Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

BACK FOR GOOD überzeugte die Debüt-Spielfilm-Jury durch “das gute Drehbuch, die unaufdringliche, präzise Inszenierung und die hervorragende Leistung von Kim Riedle und dem restlichen Ensemble”. Und die Schülerjury konnte sich wegen der “Schauspielerischen Leistungen” und der “komplexen und authentischen Charakterentwicklungen” auf BACK FOR GOOD einigen. Das Team um Regiseurin Mia Spengler (Drehbuch: Stefanie Schmitz, Producer: Rebecca Schröder, Bianca Laschalt, Kamera: Falko Lachmund, Musik: Marc Fragstein, Sounddesign: Laura Schnauffer, Steffen Flach, Ton: Julian Aichholz, Schnitt: Linda Bosch) erzählt in 90 Minuten die Geschichte des Reality-TV-Sternchens Angie, das nach ihrem Drogenentzug wieder zurück zu ihrer Mutter ziehen muss. Als diese einen Zusammenbruch erleidet, hat Angie plötzlich ihre pubertierende Schwester an der Backe, dabei will sie einfach nur wieder zurück ins Fernsehen.

Als Bester Mittellanger Spielfilm 2017 konnte sich NADRYW gegen die Konkurrenz durchsetzen und wurde zusätzlich mit einem Preisgeld von 2.000 Euro belohnt. Als “eine märchenhaft satirische Zeitreise in das Deutschland der frühen 90er Jahre” beschreibt die Jury den Film. Im Gegensatz zu dem “scheußlichen Filmtitel” gefielen ihnen der anarchistische Humor und die zahlreichen kreativen Ideen im Film, so die Begründung. Regisseurin Katja Ginnow und ihr Team (Buch: Janett Lederer, Kamera: Dominik Moos, Musik: Jan Borowski, Schnitt: Caroline Siegner, Producer: Ina Blus, Lukas Ritter, Szenenbild: Mona Cathleen Otterbach, Ton: Christian Hermans, Leila Döring) erzählen in NADRYW die Geschichte des 10-jährigen Juri, der – trotz des Endes der DDR – unbedingt sein rotes Pioniertuch bekommen will. So beschließt er, den westdeutschen Theaterregisseur Armin zu entführen, um damit von Helmut Kohl die DDR zurückzuerpressen und doch noch sein Pioniertuch zu bekommen.

Der mit 2.000 Euro ausgestatteten Publikumsbiber 2017 ging an das Team rund um den Regisseur Arto Sebastian (Buch: Silke Morgenroth & Arto Sebastian, Kamera: Simon Drescher, Musik: Jonas Schoen-Philbert, Schnitt: Philipp Ostermann, Producer: Karoline Henkel & Jasper Mielke, Ton: Steffen Flach & Markus Rebholz) für das Nachkriegsdrama SCHNEEBLIND. Die Publikumsjury bezeichnet den Film als “düsteres und bildgewaltiges Kammerspiel” und zeigt sich besonders beeindruckt von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen, der mutigen Kameraführung und der stimmungsvollen Musik. SCHNEEBLIND feierte in Biberach seine Welturaufführung und spielt im Kältewinter 1946 und damit in einer Zeit, in der es keinerlei moralische Instanzen mehr gibt. Peter, ein sechzehnjähriger, blinder Junge, muss sich von den Grundsätzen seines Vaters lösen, um die Chance zu bekommen, ein freier und selbstbestimmter Mensch zu werden.

Die Biberacher Filmfestspiele widmen sich seit ihrer Gründung 1979 ausschließlich dem deutschen Film und loben Preise in verschiedenen Kategorien aus. Inklusive der neuen Sparte, Mittellanger Spielfilm, bildeten sich in diesem Jahr erstmals acht Kategorien, in denen die Filme mit einer Dotierung in Höhe von bis zu 8.000 Euro (»Goldener-Biber«) ausgezeichnet wurden.

Weitere Infos: http://www.filmfest-biberach.de

http://www.filmfest-biberach.de Quelle: Filmfest-Homepage