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| 57. Adolf-Grimme-Preis: 

Grimme-Preis für FABW-Kurzfilm MASEL TOV COCKTAIL 

 

Ludwigsburg, 11. Mai 2021

Der vielfach ausgezeichnete Filmakademie-Kurzfilm MASEL TOV COCKTAIL, der sich auf originelle Weise mit der Identität junger jüdischer Menschen in Deutschland auseinandersetzt, hat einen Adolf-Grimme-Preis im Wettbewerb Kinder & Jugend gewonnen. Das gab das Grimme-Institut heute (11.5.) bekannt. Darüber hinaus ging ein weiterer Preisim Wettbewerb Information & Kultur an LOVEPARADE – DIE VERHANDLUNG und damit an einen Film mit Alumni-Beteiligung der FABW.

Laut Grimme-Institut war in diesem Jahr die Wettbewerbskategorie Kinder & Jugend besonders stark. Umso größer ist die Freude bei den Filmakademie-Studierenden Arkadij Khaet (Buch/Regie) und Merle Teresa Kirchhoff (Buch) sowie Mickey Paatzsch (Regie) und Alexander Wertmann (Darstellung), die für MASEL TOV COCKTAIL einen der begehrten Preise absahnen konnten. 

Der 30-minütige Spielfilm entstand im 3. Studienjahr an der Filmakademie Baden-Württemberg und beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema: Dimitrij Liebermann (19) ist Jude und hat Tobi geschlagen. Dafür soll er sich entschuldigen. Nur Leid tut es ihm nicht unbedingt. Auf dem Weg zu Tobi begegnet Dimitrij ein Querschnitt der deutschen Gesellschaft und immer wieder ein Problem, das es auszuhandeln gilt: seine deutsch-jüdische Identität. 

Die Jury begründete ihre Entscheidung: „Antisemitismus, der mediale Diskurs – das ist ein schmaler Grat, den die Autoren und Regisseure von ‚Masel Tov Cocktail‘ betreten. Aber der Balanceakt gelingt ihnen meisterhaft. Alle Zutaten in diesem Cocktail stimmen: Drehbuch, Kamera, Schnitt und Regie präsentieren mit perfektem Timing starke Bilder und Aussagen, die in sehr kurzer Zeit zeigen, was es heute bedeutet, in Deutschland jüdisch zu sein. (...) Dieser Film ist so erfrischend anders im Umgang mit Vorurteilen und Klischees über das Leben als Jude in Deutschland. Ein Kunstwerk, das zwischen Verantwortung, Krampf, Schuld und Wiedergutmachung und dem Wunsch nach einer neuen Normalität steht. Es ist einer der originellsten filmischen Cocktails der letzten Jahre, mit echtem Mehrwert und noch weit darüber hinaus...“

Außerdem erhält der Dokumentarfilm LOVEPARADE – DIE VERHANDLUNG eine Auszeichnung in der Kategorie Information & Kultur. Hier kann sich Filmakademie-Absolvent Dominik Wessely über den begehrten TV-Preis für seine Regieleistung freuen. Ein weiterer Preis geht an Autorin und Produzentin Antje Boehmert (Buch/Produktion). „Dies ist die herausragend gelungene Dokumentation der schwierigen juristischen Aufarbeitung der tödlichen Massenpanik in Duisburg 2010“, urteilte die Jury. „Zugleich aber ist sie es nicht, sofern man darunter die Beantwortung aller offenen Fragen, die sichere Zurechnung von rechtlicher Verantwortung und einen eindeutig versöhnenden Ausblick für die trauernden Hinterbliebenen versteht. Wenn man diesen Film gesehen hat, kann man davon ausgehen, dass dem Gerechtigkeitsgefühl vieler Angehöriger im Verfahren nicht genüge getan wurde. Und doch wurde Ordnung hergestellt, ein übergeordnetes Rechtsziel. (...)“ 

In diesem Jahr werden insgesamt sechzehn Adolf-Grimme-Preise sowie ein Publikumspreis und eine „Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbands (DVV)“ für herausragende TV-Produktionen vergeben. Die Jurys der vier Wettbewerbskategorien „Fiktion“, „Information & Kultur“, „Unterhaltung“ sowie „Kinder & Jugend“ konnten aus insgesamt 69 Nominierungen die herausragendsten Fernseh-Produktionen auswählen, die bei der Preisverleihung am 27. August 2021 im Stream ausgezeichnet werden.

Der Adolf-Grimme-Preis ist der Fernsehpreis des Deutschen Volkshochschul-Verbandes und wird vom Adolf-Grimme-Institut in Marl veranstaltet. Der undotierte Preis zeichnet Fernsehsendungen und -leistungen aus, die als vorbildlich bewertet wurden. Er gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Stifter des Grimme-Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, weitere Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und 3sat.

Weitere Informationen zu den Produktionen, den Preisträger*innen sowie die Jurybegründungen: https://www.grimme-preis.de/57-grimme-preis-2021/preistraeger/

Interviews mit den Juryvorsitzenden und ausgewählten Preisträger*innen finden Sie im YouTube-Channel des Grimme-Instituts unter www.grimme-preis.de/grimme-tv

MASEL TOV COCKTAIL
Drehbuch: Arkadij Khaet, Merle Teresa Kirchhoff
Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch
Producer*innen: Christine Duttlinger, Ludwig Meck, Lotta Schmelzer
Bildgestaltung/Kamera: Nikolaus Schreiber
Filmmusik: Nikolas Altmannsberger, Andreas Skandy
Sounddesign: Robin Harff
Ton: Johann Meis
Schnitt: Tobias Wieduwilt
Motion Design: Fritz Gnad, Nina Weilbächer
Szenenbild: Lorena Hahn
Darsteller*innen: Alexander Wertmann, Masud Akbarzadeh, Moisej Bazijan, Stefanie German, Vladislav Grakovskiy, Gwentsche Kollewijn, Isabella Leicht, Mike Maas, Petra Naldony, Luke Piplies, Steffen C. Jürgens, Dimitri Tsvetkov, Liudmyla Vasylieva, Mateo Wansing Lorrio
Sprecher: Kaspar Eichel
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
In Zusammenarbeit mit SWR und ARTE
Redaktion: Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)

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