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| Filmakademie-Produktionen in Programm und Wettbewerb des 42. Filmfestival Max Ophüls Preis: 

Neun auf einen Streich

Mit insgesamt fünf Filmen in den Wettbewerbs-Sektionen sowie vier Filmen in der MOP-Short- und Watchlist ist die Filmakademie Baden-Württemberg bei der 42. Ausgabe des „Filmfestival Max Ophüls Preis“ vertreten. Das renommierte Festival, das seit über 40 Jahren zu den wichtigsten Foren für junge Talente im deutschsprachigen Film zählt, findet – wie so viele andere Filmpreise auch – pandemiebedingt online statt (17.–24.1.2021). 

MEIN VIETNAM (Regie: Tim Ellrich, Hien Mai) geht im Dokumentarfilm-Wettbewerb der Frage nach, was Heimat bedeutet und wo sie wirklich liegt: Bay und Tam leben seit 30 Jahren einen Spagat zwischen Deutschland und Vietnam. Durch Skype und andere Chatrooms haben sie sich ihre eigene Version von Vietnam in ihrer Münchner Wohnung eingerichtet. Doch die Einschränkungen dieser Online-Blase stellen sie vor die Frage, ob Heimat ein Ort oder vielmehr ein Gemütszustand ist.

Auch im Wettbewerb Mittellanger Film hat die FABW mit TALA'VISION (Regie: Murad Abu Eisheh) ein Eisen im Feuer. Der 27-Minüter porträtiert die achtjährige Tala, die - gefangen in einem vom Krieg zerrütteten Syrien - Trost und Freiheit in einem Fernseher findet. Ein neues Verbot zwingt jedoch den Vater, auch dieses Fenster für das Mädchen zu schließen. Angst, Schweigen und Langeweile bestimmen fortan den Alltag und machen das Leben in der kleinen Wohnung fast unerträglich – bis Tala beschließt, einen Fernseher von der Straße zu stehlen.

Gleich drei FABW-Produktionen nehmen am Kurzfilm-Wettbewerb teil: In WAID (Regie: Lorenz Piel) geht es um die Eltern des schweigsamen Felix, die als leidenschaftliche Jäger nicht nur im Revier, sondern auch zuhause mit fester Hand für Ordnung sorgen. Doch kann das, was die Ruhe des Waldes stört, mit Regeln gezähmt werden? 
Die Tragikomödie PARADIESVOGEL (Regie: Jannik Weiße) kreist um einen bunten Papagei, der als Zeuge der gescheiterten Beziehung zwischen Milan und Laurie übrigbleibt. Das gemeinsame Haustier wurde damals im überschwänglichen Liebestaumel gekauft, doch jetzt wird es zum Scheidungskind, das keines der beiden "Elternteile" behalten will. 
HANDBOOK FOR A PRIVILEDGED EUROPEAN WOMAN (Regie: Alma Buddecke) schließlich ist eine Art step-by-step Guide für Leute, die ihre Deppenkarte loswerden wollen. Denn es gibt Menschen, die reiten einen Bullen und alle denken: Wow, er bezwingt die Natur. Und dann gibt es Menschen, die reiten einen Bullen und alle denken: Wow, ihre Möpse wackeln. Jackie gehört zu der zweiten Kategorie und das ist ein Problem, das es zu lösen gilt. 

Die beiden Reihen MOP-Watchlist und MOP-Shortlist präsentieren auch in diesem Jahr eine Auswahl der besten deutschsprachigen langen und kurzen Nachwuchsfilme aus dem zurückliegenden Produktionsjahr. Insgesamt vier Filme aus der Ludwigsburger Talentkeimzelle haben es in dieses Programm geschafft: 
Das dystopische Zukunftsdrama ENDJÄHRIG (Regie: Wili Kubica) wird in der MOP-Watchlist Fiktion präsentiert: Mitte des 21. Jahrhunderts ist Deutschland hoffnungslos überaltert und heruntergewirtschaftet. Als die sogenannte Endjährigkeit - die Zwangssterbehilfe bei Erreichen des 80. Lebensjahres - eingeführt wird, sind ein Vater und ein Sohn gezwungen, ihr zerrüttetes Verhältnis auf eine letzte Probe zu stellen. 
Auf der MOP-Shortlist findet sich der Dokumentarfilm SEEEPFERDCHEN (Regie: Nele Dehnenkamp), der die junge Jesidin Hanan porträtiert, die mit ihrer Familie in einem kleinen Schlauchboot das Mittelmeer überquert hat. Um ihre daraus resultierenden Ängste zu bezwingen, lernt sie schwimmen. Doch im Wasser des Schwimmbads erwarten sie noch immer die dunklen Bilder des Meeres. 
Ebenfalls auf der MOP-Shortlist: DIE VERGÄNGLICHKEIT DES BERND HASSELHUHN (Regie: Max Rainer). Der Kurzspielfilm dreht sich um einen jungen Mann, der seinen eigenen Körper anzeigen will. Er ist sich sicher, dass dieser ihn umbringen wird. Er sucht Hilfe bei einem Polizisten, einer Ärztin und einem Priester. 
Der Animationsfilm SOMMERREGEN (Regie: Julia Skala, Oscar Jaconson) schließlich beendet den FABW-Reigen in der MOP-Shortlist: Nach einem anstrengenden und verregneten Tag kämpft eine junge Frau gegen ihre Gefühle. Verzweifelt versucht sie, den Regen, der sich immer vehementer den Weg in ihre Wohnung bahnt, draußen zu halten.

Die KURZ.FILM.TOUR. feiert 2021 zum 13. Mal ihre Premiere beim Filmfestival Max Ophüls Preis und zeigt eine Auswahl der Filme, die 2020 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurden oder für ihn nominiert waren. Hier ist mit MASEL TOV COCKTAIL einer der erfolgreichsten Filme der Ludwigsburger Filmschule des letzten Jahres am Start. MASEL TOV COCKTAIL beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema: Dimitrij Liebermann (19) ist Jude und hat Tobi geschlagen. Dafür soll er sich entschuldigen. Nur leid tut es ihm nicht unbedingt. Auf dem Weg zu Tobi begegnet Dimitrij ein Querschnitt der deutschen Gesellschaft und immer wieder ein Problem, das es auszuhandeln gilt: seine deutsch-jüdische Identität.
Einer mehrjährigen Tradition folgend, wird auch das an der Filmakademie angesiedelte einjährige Weiterbildungsprogramm für Filmproduktion, Finanzierung, Vertrieb und Marketing Atelier Ludwigsburg- Paris in Saarbrücken wieder seine aktuelle Kurzfilmreihe vorstellen. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Das Recht des Stärkeren – Le droit du plus fort“. 

CREDITS
(Quelle: Max Ophüls Preis – www.ffmop.de)

MEIN VIETNAM
Regie: Thi Hien Mai, Tim Ellrich
Bildgestaltung: Tim Ellrich
Montage: Tobias Wilhelmer
Sounddesign: Marco Schnebel
Mischung: Volker Armbruster
Producer: Leopold Pape
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Koproduktion: Coronado Film
Darsteller*innen: Trung Tam Mai, Thi Bay Nguyen

TALA'VISION 
Buch und Regie: Murad Abu Eisheh
Bildgestaltung: Philip Henze
Montage: Qurin Grimm
Musik: Nils Wrasse
Ton: Johann Meis
Producer*innen: Esther Busch, Jude Kawwa, Philipp Maurice Raube, Gabriel Waldvogel
Darsteller*innen: Aesha Balasem, Ziad Bakri, Khalid Al Tarifi
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, Tabi360
Koproduktion: SWR, Jordan Pioneer, Lightecho Pictures, Box Elder Entertainment

WAID
Regie: Lorenz Piehl
Buch: Belo Schwarz
Bildgestaltung: Maciej Rolbiecki
Montage: Robin Jünkersfeld
Musik: Chiara Strickland
Ton: Claudio Demel
Ausstattung: Marian Korenika
Kostüm: Christin Marlen Freyler
Produzent: Gerrit Klein
Darsteller*innen: Jonathan Lade, Martin Wangler, Annette Mayer
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, Giganten Film
Koproduktion: SWR

PARADIESVOGEL
Regie: Jannik Weiße
Buch: Samuel Gheist
Bildgestaltung: Lisa Jilg
Montage: Frauke Tietjen
Musik: Bertolt Pohl, Matti Thölert
Ton: Perschya Chehrazi, Daniel Kling, Maximilian Kotzur
Ausstattung: Lea Winkler
Kostüm: Sally Seifert
Darsteller*innen: Noah Tinwa, Safinaz Sattar
Prodcer: Alexander Dreissig 
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

HANDBOOK FOR A PRIVILEDGED EUROPEAN WOMAN
Regie: Alma Buddecke
Producer*innen: Stella Market, Felix Schreiber 
Bildgestaltung: Sebastian Ganschow
Montage: Vreni Sarnes
Szenenbild: Hannah Siegfried
Ton: Kevin Sliwinski, Johann Meis
2D Animation: Christoph Sarow
3D Animation: Ferdinand Ehrhardt
Darstellerin: Aggy K. Adams
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Auftraggeber: Deutsche Filmakademie, Auswärtiges Amt

ENDJÄHRIG
Buch und Regie: Willi Kubica
Bildgestaltung: Rafael Starman
Montage: Moritz Poth
Musik: Andreas Pfeiffer
Ton: Volker Armbruster, Max Kersten, Sirius Kestel, Laura Beuthner, Markus Rebholz, Frank Schubert
Ausstattung: Susanne Starman
Kostüm: Teresa Grosser
Cast: Matthias Lier, Peter Meinhardt, Mina Sagdic
Producer: Maximilian Höhnle
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Koproduktion: ZDF – Das kleine Fernsehspiel

SEEPFERDCHEN
Regie: Nele Dehnenkamp
Bildgestaltung: Tobias Winkel, Sina Diehl
Montage: Jana Briesner
Musik: Paul Chriske
Ton: Johann Meis, Jana Irmert, Simon Droessler
Producerinnen: Christine Duttlinger, Nele Dehnenkamp
Produktion: Filmakademie Baden- Württemberg
Förderung: Heidehof Stiftung, LBBW-Stiftung Förderung, Jugendstiftung Baden-Württemberg

DIE VERGÄNGLICHKEIT DES BERND HASSELHUHN
Buch und Regie: Max Rainer
Bildgestaltung: Franziska Kabutke
Montage: Tim Kraushaar
Musik: Hannes Britz
Ton: Max Hartstang
Ausstattung: Gwenola Heck
Kostüm: Gwenola Heck
Darsteller*innen: Leo Meier, Reinhart Mahlberg, Angelika Hart, Antonio Lallo, Christoph Hofrichter
Producer: Paul Simons
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

SOMMERREGEN
Regie: Julia Skala, Oscar Jacobson
Buch: Julia Skala
Bildgestaltung: Oscar Jacobson
Montage: Viola Pröttel
Musik: Patrick Kuhn Botelho
Ton: Julian Berg
Darstellerin: Lou Strenger
Producer: Michael Hessenbruch
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

MASEL TOV COCKTAIL
Drehbuch: Arkadij Khaet, Merle Teresa Kirchhoff
Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch
Producer*innen: Christine Duttlinger, Ludwig Meck, Lotta Schmelzer
Bildgestaltung: Nikolaus Schreiber
Montage: Tobias Wieduwilt
Filmmusik: Nikolas Altmannsberger, Andreas Skandy
Sounddesign: Robin Harff
Ton: Johann Meis
Motion Design: Fritz Gnad, Nina Weilbächer
Szenenbild: Lorena Hahn
Darsteller*innen: Alexander Wertmann, Masud Akbarzadeh, Moisej Bazijan, Stefanie German, Vladislav Grakovskiy, Gwentsche Kollewijn, Isabella Leicht, Mike Maas, Petra Naldony, Luke Piplies, Steffen C. Jürgens, Dimitri Tsvetkov, Liudmyla Vasylieva, Mateo Wansing Lorrio
Sprecher: Kaspar Eichel
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
In Zusammenarbeit mit SWR und ARTE
Redaktion: Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Staatsministerin für Kultur und Medien