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| LUDWIGSBURG HÄLT HOF

9 PRODUKTIONEN DER FABW UND ETLICHE ALUMNI-FILME IM PROGRAMM DER HOFER FILMTAGE

Gestern, am 20.10.2020, starteten die 54. Internationalen Hofer Filmtage mit einer Rekordbeteiligung an Filmen von Studierenden und Absolvent*innen der Filmakademie Baden-WürttembergNeun Filmakademie-Produktionen und fünf Alumni-Produktionen sind von dem Kuratorium des renomierten Festivals ausgewählt worden und werden das Programm vom 20. bis 25. Oktober bereichern. 

Mit dabei ist der Diplom-Dokumentarfilm A PORTRAIT ON THE SEARCH FOR HAPPINESS. Regisseur Benjamin Rost erzählt in gewaltigen Bildern von einem neuen Diamantenfieber in Südafrika und nimmt den Zuschauer mit auf eine poetische Reise durch die Wüste, den Sand und den Wind.

Der Diplomfilm ENDJÄHRIG thematisiert unter der Regie von Willi Kubica ein bedrückendes Szenario in naher Zukunft: Als in Deutschland die sogenannte Endjährigkeit – die Zwangssterbehilfe bei Erreichen des 80. Lebensjahres – eingeführt wird, sind ein Vater und ein Sohn gezwungen, ihr zerrüttetes Verhältnis auf eine letzte Probe zu stellen.

Der Diplom-Spielfilm ELLI von Vivien Hartmann (Regie) porträtiert eine Techno-DJane, deren Tochter Toni beim Vater aufwächst. Sie haben ein Mutter-Tochter-Wochenende geplant, doch Elli bekommt einen Gig auf einem Techno-Festival angeboten. Hin- und hergerissen zwischen vermissen und sich behaupten, versucht Elli, für Toni da zu sein und gleichzeitig ihre Träume zu leben.

Diego Hauenstein erzählt in seinem Drittjahres-Dokumentarfilm ICH HÄTTE AM KRONLEUCHTER HÄNGEN BLEIBEN MÜSSEN die Geschichte seines Vaters: Olli Hauenstein ist Clown von Beruf – schon sein ganzes Leben lang. Nun im Alter wird die Arbeit immer beschwerlicher, doch ans Aufhören oder Reduzieren denkt er nicht. Und seine Frau Ulrike muss mitziehen. Ein Film über einen schwindenden Berufsstand, über künstlerische Selbstverwirklichung und die Opfer, die wir uns selbst und anderen abverlangen.

In dem Dokumentarfilm BERÜHR MICH (Regie: Hendrik Ströhle) geht es um eine Beziehung zwischen Liebe und Dienstleistung: Christine trifft sich regelmäßig mit dem Sexarbeiter Thomas. Die Treffen mit ihm sind für sie das Schönste, das sie bisher erlebt hat. Trotzdem muss sie sich die Zeit mit Thomas erkaufen. 

Für den Film WITHIN WALLS begibt sich Fernsehjournalismus-Studentin Marina Schulz in ein palästinensischen Flüchtlingscamp: Omar und Mohammed malen die Gesichter ihrer verstorbenen Freunde auf die Mauern des Camps Dheisheh. Die beiden müssen sich entscheiden: Werden auch ihre Gesichter bald auf einer Wand verewigt oder versuchen sie den Kreislauf zu durchbrechen?

Felix Golenko nimmt den Zuschauer in seinem Film ALIMAMY - A FATHER'S BURDEN mit in eine kleine Dorfgemeinschaft im ländlichen Norden Sierra Leones. Dort lebt der Farmer Alimamy. Als liebevoller Vater möchte er nur die bestmögliche Zukunft für seine Kinder. Für ihre Ausbildung wagt er eine Eskapade, um die Last der Entwicklung für eine zukünftige Generation zu tragen.

Im Kurzfilmprogramm laufen zwei weitere Filmakademie-Produktionen:

Die Produktion des Atelier Ludwigsburg-Paris EIN KLEINER SCHNITT (Regie: Marleen Valien) zeigt den verklemmten jüdischen Finanzdirektor eines prächtigen Barock-Hofs in großen Nöten: Er ist gezwungen, seinen hitzköpfigen jungen Herrscher zu einer Beschneidung zu bewegen und versucht verzweifelt, eine genitale Staatskrise zu verhindern.

ANATOMIE EINES WELTVERSTÄNDNISSES (Regie: Alexander Fischer) entstand im Fach Filmgestaltung 1: Herr Wamperl hat die Orchidee von Herrn Bäuchle nicht gegossen. Um der Verantwortung zu entgehen, spinnt er ein immer breiteres und wirreres Netz aus Lügen und Verschwörungstheorien, in dem er sich schließlich selbst verfängt.

Außerdem werden noch fünf Alumni-Produktionen im Programm der Hofer Filmtage gezeigt: 

KÖNIG DER RABEN
Regie: Piotr J. Lewandowski (Deutschland 2020, 105min)
Darko, ein junger Überlebenskünstler, lebt illegal in Deutschland. Er versucht sich und seine kranke Mutter im Großstadtdschungel über Wasser zu halten, bis er sich in einer amour fou mit der geheimnisvollen Alina zu verlieren droht. Was ihm zunächst sehr entgegen kam, wird schnell zum Problem: Er beginnt sie zu lieben. Alina scheint diesen Zustand zu genießen, lässt jedoch lange offen, ob sie seine Gefühle teilt. Der fragile Traum zerbricht, als die ungleiche Beziehung von der Vergangenheit eingeholt wird.

ALBTRÄUMER
Regie: Philipp Klinger
Die 17-jährige Rebekka fühlt in ihrer heilen Dorfwelt seit dem Selbstmord ihres Bruders eine tiefe Leere. Über dessen besten Freund, Außenseiter Vincent, findet sie endlich einen Zugang zu ihrem Schmerz. Gegen den Widerstand ihrer Eltern entspinnt sich eine Liebesbeziehung, die gleichermaßen heilsam wie zerstörerisch ist.
 
ALTÖTTING
Regie: Andreas Hykade
Als kleiner Junge habe ich mich in die Gnadenmutter Gottes verliebt. Wir verbrachten viele Jahrzehnte zusammen. Zunächst bot sie mir Schutz vor der Kälte. Als Jugendlicher führte sie mich dann in die Geheimnisse der Liebe ein. Doch im Erwachsenenalter bekam diese Liebe Risse. Ich begann hinter die Fassade meiner Geliebten zu sehen. Und entdeckte ihre monströsen Seiten.
 
CARBON CON SANGRE / BLUTIGE KOHLE
Regie: Paolo Tamayo und Christopher Stöckle
Ein Großteil seiner importierten Kohle bezieht Deutschland seit vielen Jahren aus dem südamerikanischen Land Kolumbien. Doch an dieser Kohle klebt Blut, viel Blut. El Samario, ein ehemaliger Soldat der paramilitärischen Einheiten in Kolumbien, spricht über die unzähligen Morde, die er im Auftrag deutscher Kohlezulieferer ausgeführt hat. Nun versucht er, bei den Angehörigen der Opfer Vergebung für die Morde zu finden ... 

DIE GEWICHTHEBERIN
Regie: Constantin Hatz, Annelie Boros
Die Gewichtheberin Sarah Fischer gilt als stärkste Frau Österreichs. Die 19-Jährige trainiert für einen Olympia-Startplatz. Während sie nicht nur als Athletin, sondern auch als junge Frau ihren Platz in einem männerdominierten Umfeld zu finden versucht, kommt es immer wieder zu Spannungen mit ihrem Trainer: ihrem Vater Ewald. Der Dokumentarfilm von Constantin Hatz und Annelie Boros begleitet Sarah Fischer in der Zeit nach einem frustrierenden Wettkampf, in der sowohl Sarahs Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele als auch deren Austragung unsicher geworden sind.

Die Internationalen Hofer Filmtage sind eines der bedeutendsten Filmfestivals in Deutschland und haben als Plattform für deutsche Nachwuchsregisseure einen fast legendären Ruf: Für die Entdeckung junger Talente gelten die Filmtage nach Berlin als wichtigstes Filmfest im deutschsprachigen Raum. Nicht weniger bedeutend sind die Independent-Filme aus aller Welt, die rund die Hälfte der insgesamt rund 130 Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme im Programm ausmachen. Allerdings geht auch die aktuelle Corona-Pandemie an den Hofer Filmtagen nicht spurlos vorbei. Deswegen wird die 54. Ausgabe des Festivals als duales Modell stattfinden – mit Präsenzvorführungen im Kino sowie mit Filmen auf Abruf über eine On Demand-Plattform.

Weitere Informationen zu den Filmakademie-Produktionen sowie Cast und Crew finden Sie in unserer Projekt-Datenbank auf der Homepage der Filmakademie: 
https://www.filmakademie.de/de/aktuelles-projekte/projekt-datenbank/suche/

Weitere Infos zum Festival und den Filmen: 
https://hofer-filmtage.com

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Staatsministerin für Kultur und Medien